Politische Tragödie, demokratische Katharsis

Die große Politik ist Theater und ihre Akteure sind tragische Helden. Als Zuschauer sind wir dabei vom Zwang zur Entscheidung befreit – und können uns an den dramatischen Ereignissen gefahrlos selbst verorten.

Ein Politisches Feuilleton im Deutschlandradio Kultur, gesendet am 10.01.2012.


Der Weg zur Knechtschaft

… so betitelte der große Liberale Denker Friedrich August v. Hayek in den 1940ern seine Streitschrift, die er “den Sozialisten in

F.A. Hayek

allen Parteien” widmete. Wie der real existierende Sozialismus die Menschen in die Knechtschaft geführt hatte, ist heute durch die Geschichte belegt. Dass sich der Sozialismus aber damit erledigt hätte, ist eine Mär. Im Schatten des vermeintlich siegreichen Kapitalismus gedeiht er besser denn je. Aktuell denkt man in der CSU laut darüber nach, auch für Selbständige eine Rentenversicherungspflicht einzuführen. Vordergründig gibt man sich um die Altersarmut gescheiterter Existenzen besorgt, in Wahrheit geht es aber schlicht um eine Verbreiterung der Beitragsbasis, um nicht doch in naher Zukunft Rentenkürzungen beschließen zu müssen – für machtgewohnte CSU-Politiker eine gruselige Vorstellung. Applaus kommt postwendend von den Grünen, die so vom Traum einer kuscheligen Gesellschaft aus lauter Gutmenschen beseelt sind, dass sie dafür inzwischen jeden Despotismus in Kauf nehmen.

Anlass also, in dem folgenden Artikel noch einmal etwas grundlegender über den vorsorgenden Sozialstaat nachzudenken:

Es ist auch meine Freiheit, dass meine Zukunft offen ist

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Verscherbelte Moral

Wie sich soziales Handeln der Wirtschaft vor die Füße wirft

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Spiegelkabinett. Wenn es gut gemacht ist, wird es Ihnen schwerfallen, die Realität von der Spiegelung zu unterscheiden. Sie laufen gegen Wände, die Sie für Türen halten und weichen Menschen aus, die nichts als Bilder sind. So sehen wir überall Spiegelungen des Ökonomischen. Wir nennen soziales Handeln Arbeit, weil es so aussieht und merken dabei nicht, wie wir jene Sphären preisgeben, die lange Zeit dem Tauschhandel verschlossen waren: Die Erziehung, die Freundschaft, Liebe, die Pflege. Es ist Zeit, um es mit dem französischen Philosophen Jean Baudrillard auszudrücken, den Spiegel zu zerbrechen. weiterlesen …


Finanzkrise: Die Philosophie hilft

Banken fallen in letzter Zeit in sich zusammen wie Kartenhäuser, Finanzpolitiker retten ein paar durch milliardenschwere Hilfen; es scheint eine Schlacht der Experten gegen eine ebenso unverständliche wie bedrohliche Krise zu sein. Der Bürger steht passiv am Rand und staunt. Wenn man gedanklich einen Schritt zurück tritt, wird indes der Zusammenhang zwischen persönlichem Verhalten, also dem, was die Ethik lehrt, und den ökonomischen Verwerfungen deutlich. weiterlesen …


Das Geld als Sklave

So herum sollte es sein: Der Mensch ist der Herr und das Geld der Knecht. Dieser Tage scheint man sich da aber nicht mehr so sicher zu sein.

Passend zum Thema ist gerade mein gleichnamiger Aufsatz erschienen, den es hier in leicht gekürzter Fassung zum Herunterladen gibt.

Peter Seele (Hg.): Ökonomie, Politik und Ethik in der Praktischen Philosophie der Antike. Berlin, de Gruyter, 2012.


Rezensionen zu HANNA

Von Roberto de Lapuente (“Sezierte Liebe“) und der exempla-Herausgeberin (und DER femme de lettre Ludwigsburgs) Ursula Jetter (“Hanna oder Die Erkenntnis”).


Priester, Piraten und Politiker

Gesendet im Deutschlandradio Kultur am 17.10.2011

Die Politik in Berlin stand in den vergangenen Wochen erst einem alten, dann einem neuen Machtphänomen gegenüber, und beide forderten das Selbstverständnis der parlamentarischen Demokratie gleichermaßen heraus. Die Rede ist von Papst Benedikt XVI und der Piratenpartei. weiterlesen …